Tollarp, Sweden

Größtes Unternehmen in der nordischen Region

In Tollarp (Südschweden) stellt Orkla Foods jährlich 18.000 Tonnen an Konfitüre, Marmelade und Saucen her. Dank fünf neuer individueller Tetra Albatch™ Batchkocher gestaltet sich die Produktion flexibler und die Wartung einfacher als zuvor.


Am Werk von Orkla Foods in Tollarp in Skåne, etwa 18 km südlich von Kristianstad, liegt ein süßer und leckerer Duft in der Luft. Dort hat die größte Konfitüren-Fabrik der nordischen Region ihren Sitz. Die 55 Mitarbeiter stellen größtenteils Konfitüren und Marmeladen unter den Marken Önos, Felix, Bob und Den Gamle Fabrik sowie Apfelmus und Apfelkompott her.

Bei unserem Besuch waren sie gerade dabei, Felix-Preiselbeerkonfitüre herzustellen. Die Herstellung von Konfitüre und Marmelade ist ein relativ einfacher Vorgang mit nur wenigen Bestandteilen. Obst und Beeren verschiedener Art sowie Zucker werden mehrmals wöchentlich per Lkw geliefert. Die Zutaten werden während des Aufbereitungsprozesses eingewogen. Die gefrorenen Preiselbeeren werden in große, runde und mit Rädern ausgerüstete Aluminiumschalen, die als Wagen bezeichnet werden und 300 kg aufnehmen können, geschüttet. Diese Wagen werden anschließend angehoben und ihr Inhalt wird in einen Behälter, der sich auf einem Tank bzw. einem Tetra Albatch befindet, gekippt. Für eine einzelne Charge werden acht mit Preiselbeeren gefüllte Wagen verwendet. Für 60.000 Gläser mit jeweils 800 g, die jeden Tag im Werk produziert werden, werden 20 Chargen benötigt.

Die Zutaten werden insgesamt etwa 48 Minuten in großen Batchkocher-Tanks verarbeitet und eine Minute lang bei einer Temperatur von 85 °C gekocht. In die Tanks wird Zucker in trockener oder flüssiger Form gepumpt und Zitronensäure hinzugefügt. Da Zucker selbst-konservierend wirkt, wird lediglich eine kleine Menge Konservierungsmittel benötigt. Sobald die Preiselbeerkonfitüre fertig ist, wird sie in die Abfülllinie gepumpt, wo sie in Gläser abgefüllt und diese etikettiert werden.

Am 28. Oktober 2015 wurde das neue Kochwerk mit Prozessanlagen von Tetra Pak eröffnet. Die fünf Siedetanks wurden eigens für die Konfitürenherstellung von Orkla Foods konstruiert. Ein Schauglas am Ende eines jeden Tanks war eines der zahlreichen bei der Bestellung der fünf Tanks speziell gewünschten Details. Die genaue Kochzeit variiert je nach Qualität der Preiselbeeren. Dank des Schauglases ist der Bediener in der Lage, den Prozessfortschritt zu beurteilen und zu sehen, wann die Konfitüre fertig ist.

„Früher hatten wir Anlagen, deren Wartung eine enorme Menge Geld verschlang. Während der Wartung konnte die Anlage nicht betrieben werden, und eine Reinigung gestaltete sich wegen der zahlreichen bodennahen Teile als schwierig. Eine Vorhersage, wann die Anlage gewartet werden muss, war praktisch unmöglich. Daher waren wir häufig gezwungen, die Produktion kurzfristig umzudisponieren”, so Erik Wendel, Standortmanager bei Orkla Foods in Tollarp.

Lars Svensson, Tetra Pak und Erik Wendel, Orkla Foods

Lars Svensson, Tetra Pak und Erik Wendel, Orkla Foods

Die neuen Tanks wurden 40 cm vom Boden angehoben und die Ventile auf der Rückseite platziert, wodurch die Anlage erheblich einfacher zu reinigen und zu warten ist. Darüber hinaus erleichtert ein relativ großes Mannloch die Wartung. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Anlage bei einer Wartung nicht angehalten werden muss, es muss lediglich jeweils ein Tank abgeschaltet werden. Die theoretische Maximalkapazität entspricht der vorherigen Lösung, doch unter rein technischen Gesichtspunkten ist sie ihr überlegen, da sie mehr Flexibilität bietet.

„Bei der Produktion haben wir nun mehr Kombinationsmöglichkeiten. Wir können auf einer Abfülllinie fünf oder vier plus eine oder drei plus zwei Tanks betreiben und sind so viel flexibler als vorher. Dies ermöglicht es uns, unsere Produktion zukunftssicher zu gestalten“, erläutert Erik Wendel.

Dass Tetra Pak den Auftrag zur Installation einer neuen Anlage erhalten hat, war keineswegs ein Selbstläufer. Denn die Batchkocher, die bei Orkla Foods für so große Unzufriedenheit sorgten und ersetzt werden sollten, waren von Foodtech. Wir erwarben sogar diese Lösung und entwickelten sie weiter, um daraus den Tetra Albatch zu fertigen.

„Was Tetra Pak anbelangt, so hatten wir deren Lösung bereits erprobt, und das Unternehmen hatte die mühselige Aufgabe, viel Erklärungsarbeit zu leisten, damit wir verstehen, wie die Anlage verbessert werden kann”, so Erik Wendel.

„Wir nahmen unsere Ingenieure mit, sodass wir Fachgespräche führen konnten, und hörten uns die Wünsche der Produktionsmitarbeiter an. Danach nutzten wir Standard-Prozessanlagen, individualisierten diese jedoch, damit wir den Wünschen von Orkla nachkommen konnten”, so Lars Svensson, Kundenmanager bei Orkla Foods für die nordischen Länder.

Wartung, Kapazität, Betrieb, Flexibilität und Wartungsfreundlichkeit waren die wichtigsten Kriterien für die neue Prozessanlage. Bedeutsamer als der Preis waren die Gesamtkosten während der gesamten Lebensdauer der Prozessanlage.

„Die Anlage wird hier ihren Dienst 20 bis 25 Jahre verrichten, deshalb stellen die Gesamtbetriebskosten einen wichtigen Faktor dar”, so Erik Wendel. Orkla Foods investierte im Tollarp-Werk in den letzten beiden Jahren knapp 55 Millionen SEK in einen neuen Kochprozess, eine neue Abfülllinie, eine Roboter-Verpackungslinie, in Etikettieranlagen und Sanierungsarbeiten.

„”Unsere Investitionsquote fiel angesichts unserer Größe zwar hoch aus, doch waren Investitionen dringend erforderlich. „Wenn wir weiter bestehen wollen, müssen wir investieren und uns selbst als Marktführer für Konfitüren und Marmeladen positionieren”, so Erik Wendel.

Lars Svensson schätzt, dass Kunden wie Orkla von unserer fachlichen Kompetenz nur profitieren können. In diesem Fall verfügen wir über ein Spitzen-Know-how im Bereich der viskosen Produkte. Neue, von Orkla in unserem Produktentwicklungszentrum (PDC) getestete Produkte wurden Anfang 2016 eingeführt.

„Durch die zunehmend engere Zusammenarbeit mit unseren Kunden unterstützen wir sie darin, ihre Prozesse und ihr Geschäft weiterzuentwickeln. „Wir müssen sicherstellen, dass Kunden Zugang zu unseren Fähigkeiten erhalten”, so Lars Svensson.

„Wir müssen jeden Tag beweisen, dass wir unseren Platz in der Gruppe verdienen.” Heute sind wir ein gut, robust und profitabel arbeitendes Werk. Wir sind gekommen, um zu bleiben. Deshalb ist es großartig, dass wir bereits in einer frühen Phase, wenn Tetra Pak neue Prozessanlagen wie bspw. den Tetra Vertico® entwickelt, mit in die Gespräche eingebunden werden können”, so Erik Wendel.