Lund, Sweden

Wussten Sie schon? Der Markt für Frischkäse und Streich-Schmelzkäse wächst beständig

Von Dublin bis Dubai, von San Francisco bis Shanghai: streichfähiger Käse entwickelt sich mehr und mehr zum Grundnahrungsmittel. Dabei hat er sich vom guten alten Brotaufstrich zu einem echten Allrounder gemausert, denn er ist mittlerweile auch als Kuchenfüllung, Kochzutat, Margarineersatz und Snack für unterwegs beliebt. Sehen wir uns einige Verbraucher- und Business-Trends in diesem Segment einmal genauer an:

Es gibt zwei Sorten von streichfähigem Käse: Frischkäse und Schmelzkäse. Auf den ersten Blick sind beide Sorten ähnlich, allerdings unterscheiden sie sich teilweise in der Produktionstechnik und den Orten, an denen sie jeweils konsumiert werden.

Der traditionell aus Frischmilch, aber auch aus rekombiniertem Milchpulver hergestellte Frischkäse ist die Hauptstütze des Markts in Nordamerika und Europa. Er ist häufig fermentiert, wodurch er seinen angenehm-säuerlichen Geschmack erhält, und wird typischerweise gekühlt gelagert.

Schmelzkäse in Scheibenform und als Streichkäse kam möglicherweise etwa zeitgleich auf, allerdings in anderen Regionen der Welt. Heutzutage wird er meist aus rekombinierter Milch und anderen Zutaten in Pulverform hergestellt.

Die Pulverbasis ist in Gegenden ein Pluspunkt, in denen Frischmilch rar oder nicht immer von zuverlässiger Qualität ist. Streichfähiger Schmelzkäse eignet sich ideal für die UHT-Behandlung und die aseptische Verpackung: ein wesentlicher Vorteil in Märkten mit fehlender oder unzuverlässiger Kühlkette. Daher hat dieses Produkt im Mittleren Osten, in Afrika sowie in Mittel- und Südamerika so viel Potenzial.

„Das Klima spielt hier eine wesentliche Rolle, denn in vielen dieser Märkte kann eine Kühlung nicht zuverlässig sichergestellt werden, weshalb eine gekühlte Abgabe stets eine Herausforderung ist. Daher ist die ungekühlte Haltbarkeit ein ganz wesentlicher Faktor“, so Svenderik Oestengaard, Cluster Category Leader Cheese bei Tetra Pak.

Frischkäse und Streich-Schmelzkäse werden auch unterschiedlich konsumiert. Im Westen ist der Frischkäse aufgrund seines höheren Proteingehalts und dem als gesünder wahrgenommenen Fettprofil inzwischen eine Alternative zu Butter und Margarine. Auch wird er von der nahrungsmittelzubereitenden Branche sehr gern als Back- und Kuchenzutat verwendet.

In weiter unten in der Pyramide angesiedelten Märkten wie dem Mittleren Osten und Afrika schätzen Verbraucher streichfähigen Schmelzkäse als preiswerte Proteinquelle.

Der Preis ist allerdings ein Schlüsselfaktor. Die Hersteller ersetzen das tierische Milchfett häufig durch pflanzliche Alternativen, um das Produkt günstiger zu machen und auch unter schwierigeren Umgebungsbedingungen eine akzeptable Qualität gewährleisten zu können.

„Der Mittlere Osten und Afrika sind wachsende Märkte im Bereich streichfähiger Schmelzkäse und ungekühlt haltbarer Frischkäse, wobei die Chancen für Hersteller hier vor allem in Produkten liegen, die ohne Kühlung lange haltbar sind“, meint Friedjof Habel, Cluster Category Leader Prepared Food for Europe and Central Asia bei Tetra Pak.

Was sind dann die Zukunftstrends beim Verbrauch von streichfähigem Käse?

In Nordamerika und Europa liegt der Fokus auf der Diversifizierung des Segments: Die Hersteller versuchen, ihr Portfolio um neue Sorten zu erweitern, beispielsweise mit unterschiedlichen Fettgehalten sowie Kräuter- und anderen Zusätzen oder neuen Mischungen (wie Frischkäse mit Joghurt).

„Alles dreht sich hier darum, möglichst viele Sorten auf der Grundlage der gleichen fermentierten Basis anzubieten. Auf technischer Ebene wird beispielsweise unterschiedlich viel Luft eingeschlagen, wodurch ein komplett anderes Gefühl im Mund erreicht werden kann“, erklärt Habel.

„Darüber hinaus sehe ich Potenzial für fermentierten UHT-behandelten Frischkäse, der, als aseptisches Produkt, Vorteile für Logistik und Einzelhandel bringt und auch für den Verbraucher praktischer ist.“

Auch die Aussichten für ungekühlt haltbaren streichfähigen Schmelzkäse sind laut Oestengaard äußerst vielversprechend, insbesondere in Schwellenländern. Hier liegt die Herausforderung für die Hersteller darin, dass sie preislich attraktive Produkte in günstiger Verpackung anbieten müssen. Also schwerpunktmäßig in kleinen Packungsgrößen oder Einzelportionspackungen.

„Es gibt einen großen Markt für Menschen mit geringem Einkommen, die sich ab und zu etwas Luxus in Form eines kleinen Snacks für, sagen wir, 50 Cent leisten möchten“, merkt Oestengaard an.

„Günstige Produkte in kleinen Packungsgrößen sind ein Türöffner in die Welt des Käses für die Verbraucher von Morgen, die sich mit der Zeit auch für hochwertigere Produkte interessieren werden.“
Diese Marktdynamik ist auf den Mittleren Osten und Afrika, aber auch auf Asien anwendbar, wo der Milch- und Käsekonsum noch mehr oder weniger in den Kinderschuhen steckt.

„Die Menschen bringen sich Käseprodukte als Souvenir aus dem Ausland mit und kommen so auf den Geschmack“, meint er. „Das trifft insbesondere auf China zu. Es entwickelt sich allmählich eine Käse-Verzehrskultur, und streichfähiger Schmelzkäse hat dabei eine Vorreiterrolle inne.“